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Aufträge

Handwerk in Bonn: viel Kaufkraft, viel Konkurrenz

In Bonn fehlt es nicht an zahlungsfähigen Kunden, sondern an Sichtbarkeit zwischen hundert Wettbewerbern. Woran Betriebe hier scheitern.

Blick über den Rhein auf Bonn mit Kennedybrücke

Bonn ist für Handwerksbetriebe ein anderer Markt als der ländliche Raum. Das Problem ist hier nie, dass keine Kunden da wären. Das Problem ist, zwischen allen anderen überhaupt gefunden zu werden.

Was den Markt ausmacht

Bonn hat eine Struktur, die für Handwerker günstig ist: hohe Kaufkraft, viel Altbau, große Behörden und Konzerne als Arbeitgeber und entsprechend viele Haushalte, die investieren statt zu sparen.

Gerade in den älteren Vierteln steht ein Gebäudebestand, der laufend Arbeit macht – Altbauwohnungen mit alten Leitungen, Stadthäuser mit Sanierungsstau, Gärten, die seit zwanzig Jahren nicht angefasst wurden.

Dazu kommt die Nähe zu Köln. Die zieht Wettbewerb an: Betriebe aus dem Umland arbeiten selbstverständlich in Bonn mit, und größere Anbieter bewerben die Region ohnehin mit.

Warum Kaufkraft allein nichts nützt

Ein Kunde mit Geld ist kein besserer Kunde, wenn er dich nicht findet. Und in einer Stadt dieser Größe findet er zuerst die, die auffallen – nicht die, die am besten arbeiten.

Das führt zu einer Situation, die viele Bonner Betriebe kennen: Die Auftragsbücher sind voll, aber mit den falschen Aufträgen. Kleinreparaturen, Notdienste, Abrufe – während die großen Projekte an andere gehen.

Was hier über den Auftrag entscheidet

Erreichbarkeit. In einer Stadt vergleicht der Kunde nicht drei Betriebe, er ruft drei an. Wer als Zweiter zurückruft, verliert. Das ist banal und trotzdem der häufigste Grund für verlorene Aufträge.

Sichtbare Referenzen. Bei zahlungsfähigen Kunden entscheidet, was sie sehen können. Drei fertige Projekte mit Bildern schlagen jede Leistungsliste – das gilt bei Badsanierungen genauso wie bei Gartengestaltung.

Ein Angebot, das schnell kommt. Wer drei Tage braucht, während der Wettbewerber am Abend liefert, verliert – warum das so ist. Und wenn danach nichts kommt, entscheidet der Anruf, den kaum jemand macht: nach dem Angebot nachfassen.

Klarheit, was du machst. Wer alles anbietet, wirkt in einem großen Markt beliebig. Wer sagt „Altbausanierung, keine Neubauten“, wird für genau das angerufen.

Die Falle mit den gekauften Anfragen

In Städten mit vielen Wettbewerbern sind Vergleichsportale besonders präsent – und besonders teuer. Eine Anfrage, die gleichzeitig an vier Betriebe geht, beginnt beim Preis und endet beim Preis. Was das wirklich kostet, habe ich durchgerechnet.

Denselben Wettbewerbsdruck durch überregionale Anbieter gibt es flussaufwärts in Koblenz.

Der Unterschied ist nicht die Menge der Anfragen, sondern wer anfragt. Ein Betrieb, mit dem ich arbeite, hatte genug Anfragen – nur ging es immer um den günstigsten Preis. Nach der Neuausrichtung: über 50.000 € Mehrumsatz in wenigen Wochen bei exakt gleicher Anzahl an Anfragen.

Auf der Personalseite

Hier hat Bonn dasselbe Problem wie jede größere Stadt: Handwerksbetriebe konkurrieren nicht nur untereinander, sondern mit Arbeitgebern, die andere Gehälter zahlen können.

Dagegen hilft dieselbe Antwort wie überall – nur die Argumente sind andere: kurze Wege innerhalb der Stadt, keine Montage, planbare Zeiten. Was zu tun ist, wenn du beim Gehalt nicht mithalten kannst, steht hier; für Monteure und SHK-Gesellen gibt es eigene Beiträge.

Womit du anfangen kannst

  • Ruf innerhalb von zwei Stunden zurück, nicht am nächsten Tag
  • Schreib auf, welche Stadtteile du bedienst und welche nicht
  • Zeig drei fertige Projekte mit Bild, Umfang und Zeitrahmen
  • Sag, was du nicht machst. Das schärft mehr als jede Aufzählung

Wenn du das systematisch angehen willst

Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir durch, was eine Anfrage für deinen Betrieb wert sein darf – mit deinem Auftragswert und deiner Abschlussquote. In einem Markt mit viel Wettbewerb ist das die Zahl, an der sich alles entscheidet.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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