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Fallstudien

600 Bewerbungen aus Birgel: eine Fallstudie aus der Eifel

Ein Betrieb tief in der Eifel, kaum Einwohner im Umkreis, Stellen monatelang offen. Was sich geändert hat und welche Zahlen dabei herausgekommen sind.

Eifellandschaft mit Dorf

Birgel liegt tief in der Eifel. Wenige Einwohner im Umkreis, kaum Bewegung am Arbeitsmarkt, und junge Fachkräfte ziehen eher Richtung Köln oder Trier. Für die Mariette Spohr GmbH bedeutete das: offene Stellen blieben lange offen.

Nicht, weil der Betrieb unattraktiv wäre. Sondern weil ihn zu wenige kannten.

Die Ausgangslage

Über Stellenportale kam praktisch nichts. Das ist in dieser Lage kein Versäumnis, sondern Mathematik: Eine Anzeige erreicht nur Menschen, die gerade aktiv suchen — und im Umkreis von Birgel sind das zu jedem Zeitpunkt sehr wenige.

Wer darauf wartet, wartet Monate.

Was wir geändert haben

Sichtbar machen statt ausschreiben. Nicht die Stelle wurde beworben, sondern der Betrieb als Arbeitgeber: wer dort arbeitet, wie der Alltag aussieht, was den Ort ausmacht.

Deutlich größerer Radius als der klassische Umkreis. Wer nur im eigenen Landkreis sucht, hat in der Eifel eine zu kleine Grundgesamtheit. Die Ansprache ging weit darüber hinaus.

Bewerbung vom Handy in wenigen Minuten. Kein Lebenslauf, keine Zeugnisse, keine Registrierung. Wer abends auf dem Sofa sitzt, bewirbt sich nur dann, wenn es in zwei Minuten geht.

Die ländliche Lage nicht versteckt, sondern zum Argument gemacht. Kurze Wege, keine Stadthektik, ein Betrieb, in dem man jeden kennt — das spricht eine bestimmte Sorte Mensch an, und genau die sollte sich melden.

Die Zahlen

600+ Bewerbungen eingegangen
15+ Einstellungen in zwölf Monaten
Pächter gefunden mit Kapital für die betriebseigene Brauerei

Der Pächter war dabei nicht geplant — er kam über denselben Weg.

„Wir liegen mitten in der Eifel – trotzdem haben wir über 600 Bewerbungen bekommen und in einem Jahr mehr als 15 Leute eingestellt. Sogar einen Pächter mit Kapital für unsere Brauerei haben wir darüber gefunden.“

Erwin von der Mühle, Geschäftsführer, Mariette Spohr GmbH

Was dieser Fall zeigt

Die Leute waren die ganze Zeit da. Sie kannten den Betrieb nur nicht.

Das ist der Unterschied zwischen einer Stellenanzeige und Sichtbarkeit: Die Anzeige wartet darauf, dass jemand sucht. Sichtbarkeit erreicht Menschen, die gerade nicht suchen — und genau die haben einen Job und sind deshalb interessant.

Warum Stellenanzeigen im ländlichen Raum so oft ins Leere laufen, steht in Warum auf deine Stellenanzeige keine Bewerbungen kommen. Was Fachkräfte beim Wechsel tatsächlich abwägen, bei Servicetechnikern und SHK-Gesellen.

Übertragbarkeit

Diese Zahlen sind kein Versprechen. Sie hängen an einem Betrieb, der tatsächlich ein guter Arbeitgeber ist — ohne das hilft keine Sichtbarkeit. Und 600 Bewerbungen sind für die meisten Betriebe weder nötig noch handhabbar; entscheidend waren die 15 Einstellungen.

Was in deinem Fall realistisch ist, hängt an Gewerk, Gebiet und Budget: Wie viele Anfragen sind realistisch?

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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