
Es gibt in Deutschland mehr offene SHK-Stellen als arbeitsuchende SHK-Gesellen. Das ist keine Zuspitzung, das ist der Markt. Wer in dieser Lage eine Anzeige schaltet und wartet, wartet ohne Ergebnis. Bei Servicetechnikern ist der Markt noch enger, bei Monteuren hängt alles an einer einzigen Frage.
Warum ausgerechnet dieses Gewerk
Drei Entwicklungen treffen gleichzeitig aufeinander: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, die Ausbildungszahlen sind seit Jahren zu niedrig, und der Heizungstausch hat den Bedarf zusätzlich nach oben gezogen.
Das Ergebnis ist ein Markt, in dem nicht der Bewerber sich vorstellt, sondern der Betrieb. Wer das nicht akzeptiert, schreibt weiter Anzeigen, in denen steht, was er erwartet.
Wer überhaupt wechselt – und warum
Ein SHK-Geselle, der sich bewirbt, ist selten arbeitslos. Er hat einen Job und einen Anlass:
Zu viel Notdienst. Der häufigste Grund, den mir Betriebe nennen. Jedes zweite Wochenende im Bereitschaftsdienst hält niemand über Jahre durch, schon gar nicht mit kleinen Kindern.
Immer nur das Gleiche. Wer seit fünf Jahren Heizungen entlüftet und Bäder abdichtet, will irgendwann Wärmepumpe, Regelungstechnik, Hydraulik. Ein Betrieb, der Weiterbildung tatsächlich bezahlt und Zeit dafür gibt, hat ein Argument.
Der Ton im Betrieb. Der Klassiker: Der Chef schreit auf der Baustelle. Das spricht sich in einer Region schneller herum als jede Stellenanzeige.
Material und Werkzeug. Wer mit Presswerkzeug aus den Nullerjahren arbeitet, während der Wettbewerber ordentlich ausgestattet ist, merkt das jeden Tag.
Fahrzeiten. Eine Stunde Anfahrt vor Arbeitsbeginn ist im ländlichen SHK-Bereich normal – und ein Wechselgrund, wenn es anders ginge.
Was du in der Anzeige konkret ändern solltest
Streich alles, was in jeder zweiten Anzeige steht („familiäres Betriebsklima“, „leistungsgerechte Vergütung“). Schreib stattdessen:
- Notdienst: wie oft, wie vergütet, ob freiwillig
- Arbeitsbereiche: Bad, Heizung, Wärmepumpe, Lüftung – und was davon der Schwerpunkt ist
- Weiterbildung: welche Schulungen, bezahlt, in der Arbeitszeit
- Arbeitszeit: Gleitzeit, Vier-Tage-Woche, Feierabend
- Team: wie viele Leute, wer fährt mit wem
Diese fünf Punkte entscheiden über einen Wechsel häufiger als 200 Euro im Monat. Was zu tun ist, wenn du beim Gehalt ohnehin nicht mithalten kannst, steht in einem eigenen Beitrag.
Was in der Region funktioniert hat
Der Weg, der bei Betrieben in Trier, der Eifel und dem Hunsrück getragen hat, kehrt die Logik um: Statt zu warten, bis jemand sucht, wird der Betrieb dort sichtbar, wo Gesellen ohnehin unterwegs sind – abends, auf dem Handy, ohne Suchabsicht.
Ein Betrieb tief in der Eifel, extrem ländlich, hatte über Portale monatelang offene Stellen. Nach der Umstellung: über 600 Bewerbungen, daraus mehr als 15 Einstellungen in zwölf Monaten.
Der Punkt, an dem die meisten verlieren
Nicht bei der Anzeige. Beim Rückruf.
Ein SHK-Geselle, der sich abends bewirbt, hat innerhalb einer Woche mehrere Angebote. Wer sich nach acht Tagen meldet, ruft bei jemandem an, der schon zugesagt hat. 24 Stunden sind die Grenze – und das kostet dich keinen Cent, nur eine Regel.
Realistische Erwartung
Sechs bis zwölf Wochen, wenn der Betrieb sichtbar ist und der Bewerbungsweg kurz. Wer dir zwei Wochen verspricht, verkauft dir etwas.
Die üblichen Zusagen im Recruiting habe ich einzeln geprüft: 10 qualifizierte Bewerber pro Monat, 20+ Bewerbungen pro Woche, Keine Bewerber? Geld zurück! und der exklusive Kandidatenpool.
Wenn du das angehen willst
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie dein Betrieb für SHK-Gesellen aussieht – und ob eine Kampagne bei dir überhaupt Sinn ergibt. Wenn nicht, sage ich das auch.

Maik Braun
Gründer, Schmiede Digital
Du hast eine Frage zu deinem Betrieb? Im kostenlosen Erstgespräch bekommst du eine ehrliche Einschätzung – ca. 30 Minuten, unverbindlich.
Erstgespräch sichern


