
In der Eifel liegen zwischen Bitburg, Prüm und Daun schnell vierzig Kilometer. Wer diese Strecken regelmäßig fährt, weiß, was eine zusätzliche Anfahrtsstunde in der Kalkulation anrichtet.
Deshalb geht es hier selten um mehr Anfragen. Sondern um die richtigen, aus dem richtigen Gebiet.
Die Rechnung, die kaum jemand macht
Eine Stunde zusätzliche Fahrt am Tag, zwei Mann im Fahrzeug, 220 Arbeitstage im Jahr.
Das sind 440 Arbeitsstunden, die niemand bezahlt. Bei einem Verrechnungssatz von 60 Euro entspricht das über 26.000 Euro Umsatz, der nie entsteht. Dazu Kraftstoff, Verschleiß und die Zeit, die dein Fahrzeug nicht auf einer Baustelle steht.
Das ist bei den meisten Eifeler Betrieben der größte einzelne Posten, der nirgends auftaucht – weil er nicht als Rechnung kommt, sondern als fehlende Rechnung.
Warum trotzdem weit gefahren wird
Aus drei nachvollziehbaren Gründen:
Die Auslastung. Wenn der Kalender Lücken hat, nimmt man auch den Auftrag in Hillesheim. Das ist kurzfristig richtig und langfristig teuer.
Die Gewohnheit. Ein Kunde, für den man seit Jahren fährt, wird nicht abgegeben – auch wenn sich die Strecke nie gerechnet hat.
Die Sorge, Nein zu sagen. Viele Betriebe fürchten, dass eine Absage den Ruf kostet. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Wer klar sagt, wo er arbeitet, wirkt souverän, nicht abweisend.
Was in der Kalkulation fehlt
Die meisten rechnen Anfahrt als Pauschale oder gar nicht. Besser sind drei Zonen:
- Zone 1 (bis 20 Minuten): ohne Aufschlag
- Zone 2 (20–40 Minuten): fester Anfahrtsbetrag
- Zone 3 (darüber): nur bei Aufträgen ab einer Mindestsumme
Diese Regel macht die Entscheidung einfach und nimmt sie aus dem Bauch. Und sie lässt sich einem Kunden erklären, ohne dass er sich abgelehnt fühlt.
Der wirksamste Hebel: Touren bündeln
Statt jeden Tag quer durch den Kreis zu fahren, feste Tage für feste Gebiete. Dienstag Prüm und Umgebung, Donnerstag Daun, Montag und Mittwoch der Nahbereich.
Das verlängert für einzelne Kunden die Wartezeit um wenige Tage und spart dir über das Jahr Wochen. Die meisten Kunden akzeptieren das ohne Weiteres, wenn man es ihnen sagt – vorausgesetzt, es geht nicht um einen Notfall.
Was das für die Anfragen heißt
Nicht mehr, sondern engere. Wer sein Gebiet auf der Seite benennt, bekommt weniger Anfragen und mehr Aufträge – weil die Gespräche wegfallen, die ohnehin nicht zustande gekommen wären.
Genau deshalb sind gekaufte Anfragen aus Portalen hier besonders unwirtschaftlich: Sie kommen ohne Rücksicht auf dein Gebiet, und jede Anfahrt zu einem Aufmaß, das nicht zum Auftrag wird, kostet in der Eifel mehr als anderswo. Die vollständige Rechnung steht hier, die realistischen Mengen hier.
Wo sich weite Wege doch lohnen
Bei Aufträgen mit hoher Summe und langer Standzeit. Eine Wärmepumpe oder eine Badsanierung über mehrere Wochen trägt eine längere Anfahrt problemlos – eine Wartung von neunzig Minuten nicht.
Das ist die eigentliche Gebietsentscheidung: nicht wie weit, sondern wofür wie weit.
Dass ländliche Lage dabei kein Nachteil ist, steht in Handwerk in Bitburg; wie die Saison den Takt vorgibt, an der Mosel.
Beim Personal derselbe Punkt
Was dich Geld kostet, kostet deine Leute Lebenszeit. Eine Stunde Anfahrt vor Arbeitsbeginn ist im ländlichen Raum ein häufiger Wechselgrund – bei Monteuren und Servicetechnikern steht diese Frage ganz oben.
Wer Touren bündelt, verkürzt beides gleichzeitig: seine Kosten und die Fahrzeit seiner Leute. Das ist eines der wenigen Dinge, die auf beiden Seiten wirken.
Wenn du dein Gebiet durchrechnen willst
Ich fahre die Strecken hier selbst regelmäßig. Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir deine letzten zwanzig Aufträge durch – Ort, Summe, Anfahrt – und schauen, wo dein Geld tatsächlich verdient wird. Oft ist das Ergebnis, dass weniger Gebiet mehr Gewinn bringt.

Maik Braun
Gründer, Schmiede Digital
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