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Aufträge

Handwerk in Bitburg: ländlich ist kein Nachteil

Wenig Einwohner, weite Wege, Luxemburg vor der Tür. Warum Eifeler Betriebe trotzdem Leute finden und Aufträge gewinnen – gegen den ersten Eindruck.

Eifellandschaft mit Dorf im Winter

„Bei uns findet man niemanden, wir sind zu weit draußen.“ Diesen Satz höre ich in der Eifel öfter als anderswo. Er stimmt nicht – aber er ist verständlich, und er kostet Betriebe jedes Jahr Leute, die sie hätten haben können.

Was für die Region spricht

Fangen wir mit dem an, was Eifeler Betriebe meist unter Wert verkaufen:

Die Wege sind kurz. Nicht in Kilometern, aber in Minuten. Wer in Bitburg arbeitet und in einem Dorf im Umkreis wohnt, ist in zwanzig Minuten daheim – ohne Stau, ohne Parkplatzsuche. Für jemanden, der aus einer Stadt kommt, ist das ein Argument.

Die Aufträge sind nicht kleiner. Der Gebäudebestand in der Region ist alt, die Grundstücke sind groß, und die Häuser gehören ihren Bewohnern. Heizungstausch, Sanierung, Anbau, Außenanlage: Das sind vollständige Projekte, keine Kleinaufträge.

Der Wettbewerb ist überschaubar. In einer Stadt konkurrierst du online mit fünfzig Betrieben. Hier mit drei. Wer sichtbar ist, ist wirklich sichtbar.

Was schwierig ist

Ehrlich bleiben: Zwei Dinge sind hier härter als anderswo.

Luxemburg. Von Bitburg aus ist die Grenze nah genug, dass das Lohngefälle bei jedem Personalgespräch mitläuft – dasselbe Thema wie in Trier, nur mit längerer Fahrt.

Die Abwanderung. Junge Fachkräfte ziehen nach Köln, Trier oder in die Ballungsräume. Wer mit achtzehn weg ist, kommt selten mit zweiundzwanzig zurück – aber mit dreißig, wenn Familie und Hauskauf anstehen, durchaus. Das ist die Gruppe, die kaum jemand anspricht.

Der Beweis, dass es geht

Ein Betrieb, mit dem ich arbeite, sitzt in Birgel – tief in der Eifel, wenige Einwohner im Umkreis. Über Stellenportale blieben die Stellen monatelang offen. Der Betrieb war nicht unattraktiv, er war unsichtbar.

Nach der Umstellung: über 600 Bewerbungen, daraus mehr als 15 Einstellungen in zwölf Monaten. Dazu ein Pächter mit Kapital für die betriebseigene Brauerei, der ebenfalls über diesen Weg kam.

Nicht, weil plötzlich mehr gezahlt wurde. Sondern weil die Leute zum ersten Mal gesehen haben, wie dort gearbeitet wird.

Warum das gerade hier funktioniert

In einer ländlichen Region ist der Kreis der Menschen, die für dich in Frage kommen, überschaubar – aber er ist erreichbar. Du musst nicht Millionen Leute ansprechen, sondern die paar tausend im Umkreis, die dich noch nicht kennen.

Das ist billiger als in der Stadt und wirkt schneller. Der Nachteil „wenig Einwohner“ wird zum Vorteil, sobald du nicht mehr darauf wartest, dass jemand von selbst sucht.

Wie das bei einzelnen Berufen aussieht, steht bei Servicetechnikern, SHK-Gesellen und Monteuren.

Auf der Auftragsseite

Derselbe Mechanismus. Wer in der Eifel eine Wärmepumpe einbauen lässt, sucht selten den günstigsten Anbieter aus dem Internet – er sucht jemanden, der in zwei Stunden da ist, wenn im Januar etwas ausfällt.

Das ist dein struktureller Vorteil gegenüber bundesweiten Anbietern, und er steht auf fast keiner Betriebsseite. Schreib hin, wie schnell du bei einer Störung da bist und welche Orte du bedienst. Das überzeugt hier mehr als jeder Preisnachlass.

Was die weiten Wege dabei tatsächlich kosten, habe ich durchgerechnet.

Womit du anfangen kannst

  • Nenn deine Orte. Nicht „Eifel“, sondern die Dörfer, in die du wirklich fährst
  • Schreib deine Reaktionszeit bei Störungen auf
  • Sprich Rückkehrer an – Leute um die dreißig, die aus der Stadt zurück in die Region wollen
  • Zeig den Alltag im Betrieb, nicht die Stellenbeschreibung

Wenn du wissen willst, ob das bei dir trägt

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns deine Lage an – Einzugsgebiet, Gewerk, Betriebsgröße. In sehr kleinen Einzugsgebieten rechnet sich eine Kampagne nicht immer. Wenn das bei dir so ist, sage ich das.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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