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Warum neue Leute nach drei Monaten wieder gehen

Die Stelle war besetzt, und im Winter ist er weg. Was in den ersten Wochen schiefläuft – und warum es die teuerste Lücke im Betrieb ist.

Handwerkerteam vor dem Einsatzfahrzeug

Du hast monatelang gesucht, endlich jemanden gefunden, eingestellt – und nach zehn Wochen sagt er, es passt nicht.

Das ist teurer als jede offene Stelle. Die Suche war umsonst, die Einarbeitung war umsonst, das Team hat sich umgestellt, und du fängst von vorn an. Bei einer Fachkraft im Handwerk reden wir schnell über einen fünfstelligen Betrag.

Warum es fast nie am Geld liegt

Wer wegen des Gehalts geht, geht nicht nach zehn Wochen. Er geht nach einem Jahr, wenn er ein besseres Angebot hat.

Wer in der Probezeit geht, geht aus einem dieser vier Gründe:

Der Alltag ist nicht das, was versprochen wurde. In der Anzeige stand „Tagestouren in der Region“, und jetzt ist er drei Nächte die Woche unterwegs. Das ist der häufigste Grund, und er ist hausgemacht.

Er kommt im Team nicht an. Die anderen sind seit zehn Jahren zusammen, haben ihre Abläufe und ihre Sprüche. Wer neu dazukommt, steht drei Wochen daneben, wenn niemand ihn hereinholt.

Niemand hat Zeit für ihn. Er wird ins kalte Wasser geworfen, macht einen Fehler, wird angeblafft. Nach zwei solchen Wochen ist die Entscheidung gefallen.

Es fehlt Material und Werkzeug. Wer den ersten Monat damit verbringt, sich Dinge zu leihen, weil für ihn nichts bereitliegt, zieht seine Schlüsse.

Alle vier passieren in den ersten zwei Wochen. Danach wird die Entscheidung nur noch bestätigt.

Genau deshalb sind Zusagen wie 100 % Einstellungsgarantie oder eine Garantie über 90 Tage, die nur 14 Tage gilt mit Vorsicht zu lesen: Sie messen den Tag der Unterschrift, nicht das Bleiben.

Was in den ersten Tagen zählt

Vor dem ersten Tag: Werkzeug, Kleidung, Spind, Zugänge, Fahrzeugschlüssel. Alles bereit, mit Namen. Das kostet dich eine Stunde Vorbereitung und entscheidet über den ersten Eindruck.

Am ersten Tag: Nicht auf die Baustelle schicken und gut. Jemand geht mit, stellt vor, erklärt die Abläufe, zeigt wo was steht. Dreißig Minuten Zeit vom Chef persönlich – das ist bei Betrieben mit niedriger Fluktuation die Regel, nicht die Ausnahme.

Eine feste Person zum Fragen. Nicht „frag einfach“, sondern ein Name. Wer nicht weiß, wen er fragen darf, fragt nicht – und macht Fehler, die niemand wollte.

Nach zwei Wochen ein Gespräch. Zehn Minuten: Wie läuft es, was fehlt dir, was war anders als erwartet? Das ist der Moment, in dem sich Probleme noch lösen lassen. Nach zehn Wochen ist die Kündigung geschrieben.

Der Punkt, der am meisten wehtut

Die meisten Betriebe erfahren nie, warum jemand gegangen ist. Im Abschlussgespräch sagt kaum einer die Wahrheit – man will sich nicht streiten und das Zeugnis nicht gefährden.

Deshalb wiederholt sich derselbe Fehler beim nächsten Neuen. Und beim übernächsten.

Was hilft: Frag nicht beim Abschied, sondern nach zwei Wochen. Da redet jemand noch offen.

Was das mit der Suche zu tun hat

Alles. Wer in der Anzeige verspricht, was der Alltag nicht hält, produziert genau diese Abgänge. Ehrlichkeit vorher ist billiger als eine Neubesetzung nachher.

Deshalb gehört in jede Anzeige, was wirklich stattfindet: Notdienst, Montage, Taktung, Fahrzeiten. Wie das je nach Beruf aussieht, steht bei Monteuren, SHK-Gesellen und Servicetechnikern.

Und wer sich beim Suchen schwertut, findet die Gründe in Warum auf deine Stellenanzeige keine Bewerbungen kommen.

Der Vergleich, der die Sache klarmacht

Du würdest keine neue Maschine kaufen, sie in die Halle stellen und hoffen, dass jemand sie schon einrichtet. Bei einem Menschen, der deutlich mehr kostet, wird genau das gemacht.

Womit du anfangen kannst

  • Schreib eine Liste für den ersten Tag – Werkzeug, Kleidung, Zugänge, Ansprechpartner
  • Nimm dir dreißig Minuten am ersten Tag, persönlich
  • Setz ein Gespräch nach zwei Wochen in den Kalender, jetzt gleich
  • Sag in der Anzeige die Wahrheit über Montage und Notdienst

Wenn du deine Fluktuation angehen willst

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wo bei dir Leute verloren gehen – bei der Suche oder danach. Wenn es das Zweite ist, hilft keine Kampagne, und das sage ich dir auch.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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