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Handwerk um Simmern: wenn Mundpropaganda endet

Im eigenen Dorf kennt dich jeder, zwanzig Kilometer weiter niemand. Warum das im Hunsrück das teuerste Wachstumshindernis ist.

Fachwerkhäuser in einem Ort im Hunsrück

Simmern versorgt als Kreisstadt einen großen ländlichen Raum. Von Kastellaun über Kirchberg bis Rheinböllen verteilen sich die Kunden auf viele kleine Orte – und genau darin liegt das Problem, das die meisten Betriebe hier haben.

Im eigenen Ort kennt dich jeder. Zwanzig Kilometer weiter kennt dich niemand. Mundpropaganda endet an der Ortsgrenze.

Warum das lange nicht auffällt

Ein Betrieb, der über Empfehlungen lebt, merkt jahrelang nichts. Der Kalender ist voll, die Kunden kommen von selbst, Werbung wäre rausgeworfenes Geld. Das stimmt auch – bis einer von drei Dingen passiert:

Der Betrieb wächst. Zwei neue Leute wollen ausgelastet werden, und das eigene Dorf gibt nicht mehr her.

Die Generation wechselt. Die Kunden, die den Vater kannten, gehen in Rente. Deren Kinder wohnen woanders und suchen anders.

Ein Großkunde bricht weg. Der Bauträger, der jahrelang für Grundauslastung sorgte, baut nicht mehr. Von einem Monat auf den anderen fehlt ein Drittel des Umsatzes.

Dann steht ein guter Betrieb ohne jeden Zugang zu neuen Kunden da – und muss bei null anfangen, in einem Moment, in dem Zeit fehlt.

Der Denkfehler bei „wir brauchen keine Werbung“

Werbung ist in dieser Lage keine Kundengewinnung, sondern eine Versicherung. Wer sie erst abschließt, wenn das Haus brennt, zahlt Höchstpreise.

Ein Betrieb, der in ruhigen Zeiten sichtbar wird, hat die Sichtbarkeit, wenn er sie braucht. Das kostet dann wenig, weil kein Druck dahinter ist – und man kann in Ruhe herausfinden, was funktioniert.

Was im ländlichen Raum funktioniert

Der Vorteil eines Gebiets wie dem Rhein-Hunsrück-Kreis: Der Kreis der Menschen, die für dich in Frage kommen, ist überschaubar und erreichbar. Du musst nicht Millionen ansprechen, sondern die paar tausend Haushalte zwischen Kastellaun, Kirchberg und Rheinböllen, die dich noch nicht kennen.

Das ist deutlich günstiger als in einer Stadt und wirkt schneller. Was dabei an Mengen realistisch ist, steht hier.

Nenn die Orte, nicht die Region. „Wir arbeiten im Hunsrück“ sagt nichts. „Kastellaun, Kirchberg, Rheinböllen, Gemünden, Sohren“ sagt jemandem aus Sohren, dass du zu ihm fährst.

Zeig Projekte aus den Nachbarorten. Wer sieht, dass du zwei Dörfer weiter gebaut hast, hält dich für zuständig.

Sag, wie weit du fährst. Und wo Schluss ist. Das spart dir Anfahrten, die sich nicht rechnen.

Wer zusätzlich Richtung Rhein arbeitet: In Bingen liegt der stabilste Auftragstyp bei Gewerbekunden, die kaum jemand anspricht.

Auf der Personalseite dasselbe Muster

Auch Bewerber kommen aus dem eigenen Umfeld – bis keiner mehr da ist. Ein Betrieb, den man im Umkreis von dreißig Kilometern kennt, hat eine ganz andere Auswahl als einer, den man nur im eigenen Ort kennt.

Wie das funktioniert, steht in Warum auf deine Stellenanzeige keine Bewerbungen kommen, und was Fachkräfte hier abwägen, bei Monteuren und SHK-Gesellen.

Womit du anfangen kannst

  • Schreib deine Orte auf die Seite – namentlich, nicht als Region
  • Fotografier drei fertige Projekte aus verschiedenen Orten
  • Prüf dein Klumpenrisiko: Wie viel Prozent deines Umsatzes hängt an einem Auftraggeber?
  • Fang an, wenn es gut läuft, nicht wenn es klemmt

Wenn du vorsorgen willst

Vom Büro in Kenn bin ich in gut einer Stunde bei dir. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie breit dein Kundenstamm wirklich steht und was passieren würde, wenn der größte Auftraggeber wegfällt. Wenn du gut aufgestellt bist, sage ich das.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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