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Handwerk im Hunsrück: bekannt nur bei Stammkunden

Über Generationen ohne einen Euro Werbung gewachsen – und dann geht der Seniorchef. Warum Übergaben im Hunsrück an der Sichtbarkeit scheitern.

Fachwerkhaus in einem Hunsrückdorf

Viele Betriebe im Hunsrück sind über Generationen ohne einen Euro Werbung gewachsen. Von Morbach über Thalfang bis Kirchberg funktioniert das seit vierzig Jahren: Der Name steht für etwas, die Kunden kommen von selbst, der Kalender ist voll.

Und dann kommt der Punkt, an dem das aufhört zu funktionieren. Meistens bei der Übergabe.

Was bei der Nachfolge tatsächlich übergeben wird

Nicht der Kundenstamm. Sondern der Zugang zu ihm – und der hängt an einer Person.

Wenn der Seniorchef geht, geht das Vertrauen, das über dreißig Jahre gewachsen ist, zumindest zum Teil mit. Die Kunden, die „beim Werner anrufen“, rufen nicht automatisch beim Sohn an. Die meisten schon – aber nicht alle, und die Lücke fällt genau in die Zeit, in der der Betrieb die Übergabe finanzieren muss.

Dazu kommt: Die Kunden, die den Senior kannten, sind selbst in dem Alter, in dem nicht mehr viel gebaut wird. Deren Kinder wohnen in Koblenz, Trier oder Köln und suchen anders – nämlich online, ohne den Namen zu kennen.

Warum das lange nicht auffällt

Weil ein voller Kalender jede Frage erstickt. Solange die Auslastung stimmt, ist jede Investition in Sichtbarkeit objektiv überflüssig. Das ist keine Sturheit, das ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar.

Das Problem ist der Zeitpunkt, an dem es doch nötig wird. Dann fehlt beides gleichzeitig: Zeit und Ruhe. Und der Aufbau dauert genau dann am längsten, wenn man ihn am dringendsten braucht.

Der zweite Auslöser: ein Auftraggeber bricht weg

Neben der Nachfolge gibt es einen zweiten Fall, der hier häufig ist. Viele Hunsrücker Betriebe haben über Jahre einen großen Auftraggeber – einen Bauträger, ein Industrieunternehmen, eine Kommune –, der für Grundauslastung sorgt.

Wenn der wegfällt, fehlt von einem Monat auf den anderen ein erheblicher Teil des Umsatzes. Und ein Betrieb, der nie um Privatkunden werben musste, hat dafür keinen einzigen Weg aufgebaut.

Der Test: Wie viel Prozent deines Umsatzes hängen an deinem größten Auftraggeber? Über dreißig Prozent ist ein Risiko, über fünfzig ein ernstes.

Was vorsorgen konkret heißt

Nicht große Kampagne. Sondern ein Grundstock, der da ist, wenn man ihn braucht:

  • Eine Seite, die zeigt, was du machst – mit fertigen Projekten, nicht mit einer Leistungsliste
  • Deine Orte namentlich: Morbach, Thalfang, Hermeskeil, Kirchberg, Kastellaun, Rhaunen
  • Der neue Chef mit Gesicht und Namen, lange vor der Übergabe. Wer ihn zwei Jahre vorher kennt, ruft ihn nachher an
  • Bewertungen einsammeln, solange die Stammkunden noch da sind. Das ist der billigste Vertrauensvorschuss, den es gibt

Das kostet wenig, wenn man es in ruhigen Zeiten macht – und viel, wenn man wartet. Warum Mundpropaganda dabei an der Ortsgrenze endet, steht am Beispiel Simmern.

Beim Personal derselbe Mechanismus

Ein Betrieb, den nur die eigene Gegend kennt, bekommt Bewerbungen nur aus der eigenen Gegend. Bei einer Nachfolge ist das doppelt heikel: Der neue Chef muss oft gleichzeitig Kunden halten und Leute finden.

Dass Sichtbarkeit auch im ländlichsten Umfeld funktioniert, zeigt ein Betrieb tief in der Eifel: über 600 Bewerbungen, daraus mehr als 15 Einstellungen in zwölf Monaten – nach Jahren, in denen über Stellenportale nichts kam. Was dahintersteckt, steht in Warum auf deine Stellenanzeige keine Bewerbungen kommen.

Womit du anfangen kannst

  • Rechne dein Klumpenrisiko aus – heute, mit den Zahlen des letzten Jahres
  • Stell den Nachfolger vor, bevor er übernimmt
  • Sammle Bewertungen von den Kunden, die seit Jahren da sind
  • Fang an, wenn es gut läuft. Das ist der einzige Zeitpunkt, an dem es günstig ist

Wenn du das rechtzeitig angehen willst

Von Kenn aus bin ich in einer knappen Stunde in Morbach oder Kirchberg. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie abhängig dein Betrieb von einzelnen Personen und Auftraggebern ist. Wenn du breit aufgestellt bist, sage ich das – dann brauchst du nichts.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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