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Aufträge

Bewertungen: der Hebel, den Handwerker liegen lassen

Zufriedene Kunden schreiben nichts, enttäuschte schon. Wie Betriebe systematisch zu Bewertungen kommen – und was bei einer schlechten zu tun ist.

Fertiggestelltes Gartenprojekt mit Beleuchtung

Ein Betrieb mit vierzig Jahren guter Arbeit und drei Bewertungen verliert gegen einen Betrieb mit vier Jahren Erfahrung und neunzig Bewertungen. Das ist ungerecht und trotzdem so.

Der Grund ist einfach: Der Kunde kann deine Arbeit nicht beurteilen, bevor sie fertig ist. Er kann nur beurteilen, was andere über dich sagen.

Das Grundproblem: zufriedene Kunden schweigen

Wer zufrieden ist, denkt nicht daran, etwas zu schreiben. Für ihn ist alles gelaufen wie erwartet – und Erwartungen erfüllt zu bekommen, ist kein Anlass, ins Internet zu gehen.

Wer enttäuscht ist, schreibt sofort. Ärger erzeugt Handlungsdruck.

Das heißt: Ohne dein Zutun entsteht ein Bild, das schlechter ist als die Wirklichkeit. Nicht weil du schlecht arbeitest, sondern weil nur eine Seite spricht.

Warum die meisten nicht fragen

„Das ist mir unangenehm.“ Das ist der Satz, der Betriebe jedes Jahr Aufträge kostet.

Dabei ist die Bitte um eine Bewertung nichts anderes als die Bitte um eine Empfehlung – und die ist im Handwerk seit jeher selbstverständlich. Es ist dieselbe Sache, nur an einem anderen Ort.

Wann du fragen musst

Am Tag der Abnahme. Nicht drei Wochen später.

Der Moment, in dem der Kunde vor seinem fertigen Bad steht oder die Heizung das erste Mal läuft, ist der einzige, in dem er begeistert ist. Diese Begeisterung hält ungefähr zwei Tage. Danach ist es normal geworden.

Wie du fragst

Nicht: „Könnten Sie uns vielleicht mal bewerten?“ Das ist zu vage, und der Kunde weiß nicht, wo.

Sondern in zwei Schritten:

Erstens, im Gespräch bei der Abnahme: „Wenn Sie zufrieden sind – würden Sie uns eine kurze Bewertung schreiben? Das hilft uns wirklich.“ Fast alle sagen Ja.

Zweitens, noch am selben Tag: eine Nachricht mit dem direkten Link. Nicht die Startseite, sondern der Link, der das Bewertungsfenster öffnet. Jeder Klick, den der Kunde selbst suchen muss, halbiert die Quote.

Zwei Sätze, ein Link. Das ist der ganze Ablauf – und er bringt bei konsequenter Anwendung mehr als jede Anzeige.

Was du nicht tun darfst

Bewertungen kaufen. Das ist unlauterer Wettbewerb, es fliegt regelmäßig auf, und es kostet dich Sichtbarkeit und Ruf gleichzeitig. Woran man erfundene Stimmen erkennt – bei anderen und bei sich selbst –, steht in Erfundene Kundenstimmen erkennen.

Nur zufriedene Kunden fragen. Also gezielt aussortieren, wen du fragst. Das ist ebenfalls unzulässig, wenn es systematisch geschieht – und es beschädigt die Glaubwürdigkeit deiner Bewertungen.

Bewertungen mit Rabatt vergüten. Auch das ist heikel und muss mindestens gekennzeichnet werden. Der einfachere Weg ist, einfach zu fragen.

Frag alle. Ein Schnitt von 4,6 mit ein paar kritischen Stimmen wirkt glaubwürdiger als lauter Fünf-Sterne-Einträge.

Die schlechte Bewertung

Sie kommt irgendwann, auch bei guter Arbeit. Entscheidend ist nicht die Bewertung, sondern deine Antwort – denn die lesen alle, die danach kommen.

Antworte binnen zwei Tagen. Sachlich, ohne Rechtfertigung, ohne Details aus dem Auftrag auszubreiten.

Nenn, was du tust. „Ich rufe Sie morgen an, damit wir das klären“ wirkt stärker als jede Verteidigung.

Nie streiten. Wer öffentlich Recht behält, verliert trotzdem. Ein potenzieller Kunde liest nicht, wer Recht hatte, sondern wie du mit Ärger umgehst.

Eine gut beantwortete schlechte Bewertung überzeugt manchmal mehr als zehn gute.

Was Bewertungen konkret bewirken

Sie wirken an zwei Stellen: bei der Sichtbarkeit in der lokalen Suche und bei der Entscheidung des Kunden, der schon auf deiner Seite ist. Der zweite Punkt ist der wichtigere – und der Grund, warum sie zu den Dingen gehören, die auch ohne jedes Budget wirken.

Was sonst darüber entscheidet, ob eine Seite Anfragen bringt, steht hier. Und warum gekaufte Anfragen kein Ersatz für Vertrauen sind, hier.

Womit du diese Woche anfängst

  • Leg dir den Bewertungslink als Textbaustein aufs Handy
  • Frag bei der nächsten Abnahme – und dann bei jeder
  • Antworte auf alle Bewertungen, auch auf die guten
  • Frag zehn Stammkunden, die seit Jahren bei dir sind. Die sagen alle Ja

Wenn du mehr daraus machen willst

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie dein Betrieb für jemanden aussieht, der dich zum ersten Mal sucht. Häufig ist der schnellste Hebel nicht Werbung, sondern das, was andere über dich sagen.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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