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Mitarbeiter

Mitarbeiter halten ist billiger als suchen

Jede Kündigung kostet fünfstellig. Woran Betriebe merken, dass jemand innerlich schon weg ist – und was dann noch möglich ist.

Eingespieltes Team eines Handwerksbetriebs

Die meisten Betriebe investieren Zeit und Geld in die Suche nach neuen Leuten und nichts in die, die schon da sind. Rechnerisch ist das verkehrt herum.

Eine Kündigung kostet dich die Suche, die Einarbeitung, die Überstunden der anderen in der Zwischenzeit und oft einen Kunden, der an diesem Mitarbeiter hing. Fünfstellig ist dabei die Untergrenze.

Wann die Entscheidung tatsächlich fällt

Nicht am Tag der Kündigung. Die fällt Monate vorher – und meistens aus einem konkreten Anlass, den der Chef nicht mitbekommen hat:

  • Eine Zusage, die nicht gehalten wurde
  • Ein Streit auf der Baustelle, bei dem niemand hinter ihm stand
  • Ein Kollege, der befördert wurde, ohne dass jemand mit ihm gesprochen hat
  • Die dritte Absage auf die Frage nach Weiterbildung

Danach arbeitet er weiter wie vorher. Er schaut nur ab und zu, was es sonst gibt. Und wenn dann jemand anruft, sagt er zu.

Die Anzeichen, bevor es zu spät ist

Fast immer gibt es Vorzeichen, und fast immer werden sie übersehen:

Er sagt nichts mehr. Wer jahrelang mitgedacht und Vorschläge gemacht hat und plötzlich nur noch abarbeitet, hat innerlich abgeschlossen.

Überstunden werden abgelehnt. Nicht mit Ärger, sondern beiläufig. Das Engagement ist weg, bevor der Mensch weg ist.

Urlaub wird genau geplant. Tage werden zusammengezählt und exakt eingereicht – oft, weil er mit einem Ende rechnet.

Er fehlt bei den informellen Dingen. Kein Frühstück mehr, kein Betriebsfest, keine Runde nach Feierabend.

Einzeln bedeutet das nichts. Zwei oder drei davon zusammen sind ein deutliches Zeichen.

Was dann noch geht

Ein Gespräch. Kein Jahresgespräch mit Formular, sondern zwanzig Minuten unter vier Augen, ohne Zeitdruck.

Nicht: „Ist alles in Ordnung?“ Darauf sagt jeder Ja.

Sondern: „Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit zurückhaltender bist. Woran liegt das?“

Und dann zuhören, ohne sich zu rechtfertigen. Das ist der schwierigste Teil, weil vieles, was kommt, nach Kritik klingt. Ist es auch – und es ist die Information, für die andere Betriebe Beratungshonorare zahlen.

Was Leute tatsächlich hält

Nach allem, was mir Betriebsinhaber berichten, sind es diese Punkte – und Gehalt steht nicht oben:

Verlässlichkeit. Zusagen halten. Wenn Freitag um zwei Feierabend ist, dann ist er das auch, wenn um eins jemand anruft.

Rückendeckung. Beim Streit mit dem Kunden hinter dem Mitarbeiter stehen, auch wenn er einen Fehler gemacht hat. Geklärt wird danach, intern.

Entwicklung. Ein Techniker, der seit acht Jahren dasselbe macht, wird irgendwann gehen – nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus Langeweile. Schulung, neue Bereiche, mehr Verantwortung.

Ordentliches Werkzeug. Wer täglich mit Geräten arbeitet, die nicht funktionieren, fühlt sich nicht wertgeschätzt. Das ist keine Kleinigkeit.

Gesehen werden. „Das hast du gut gemacht“ ist kostenlos und wird im Handwerk zu selten gesagt.

Der Zusammenhang mit der Suche

Ein Betrieb mit niedriger Fluktuation braucht weniger Neueinstellungen – und bekommt sie leichter, weil sich herumspricht, dass die Leute bleiben. Das ist der stärkste Recruiting-Effekt, den es gibt, und er kostet nichts.

Umgekehrt: Wer jedes Jahr zwei Leute verliert, sucht jedes Jahr zwei – und zahlt bei jeder Vermittlung erneut. Was das kostet, steht in Provision pro Einstellung, und warum Recruiting-Kontingente das Problem nicht lösen, dort. Warum das über Stellenanzeigen kaum gelingt, steht hier; und warum neue Leute in den ersten Wochen abspringen, hier.

Die unbequeme Wahrheit

Manchmal ist die Kündigung richtig – für beide Seiten. Nicht jeder passt in jeden Betrieb, und jemanden mit Geld zu halten, der innerlich weg ist, verlängert nur das Problem.

Was du beeinflussen kannst, ist der Anteil derer, die aus vermeidbaren Gründen gehen. Der ist bei den meisten Betrieben deutlich größer als gedacht.

Womit du anfangen kannst

  • Führ ein Gespräch mit dem, bei dem du ein ungutes Gefühl hast. Diese Woche
  • Prüf deine Zusagen der letzten Monate: Welche hast du nicht gehalten?
  • Frag nach Weiterbildungswünschen – und sag Ja, wenn es geht
  • Sag einmal am Tag, was gut gelaufen ist

Wenn du das systematisch angehen willst

Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir durch, was dich deine Fluktuation im letzten Jahr gekostet hat. Bei vielen Betrieben ist das mehr als das gesamte Werbebudget – und dann ist die richtige Antwort nicht mehr Sichtbarkeit, sondern weniger Abgänge.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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