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Handwerk um Bad Kreuznach: drei Kundentypen, ein Kalender

Kurbetriebe, Winzer und Eigenheimbesitzer erwarten jeweils etwas anderes – und liegen weit auseinander. Wie Betriebe hier ihr Gebiet in den Griff bekommen.

Auswertung von Kennzahlen am Bildschirm

Von Bad Kreuznach über Bad Sobernheim bis Kirn zieht sich ein Markt, der weder ganz städtisch noch ganz ländlich ist. Kurbetriebe, Winzer und Eigenheimbesitzer erwarten jeweils etwas anderes – und die Wege zwischen ihnen sind lang.

Wer versucht, alle drei gleich zu bedienen, verbringt mehr Zeit im Auto als auf der Baustelle.

Die drei Kundentypen und was sie unterscheidet

Kurbetriebe und Gewerbe. Hier zählt Termintreue über alles. Ein Hotel, das wegen einer Baustelle Zimmer sperren muss, verliert Geld pro Tag. Dafür zahlen diese Kunden ordentlich und binden sich langfristig – aber sie erwarten, dass du in der Nebensaison kannst, wenn es ihnen passt, nicht wenn es dir passt.

Winzer und Landwirtschaft. Ein eigener Rhythmus, der nicht verhandelbar ist. Zwischen Lese und Ausbau ist niemand ansprechbar, im Winter dagegen ist Zeit für alles, was liegen geblieben ist. Wer diesen Kalender kennt, bekommt Aufträge in Monaten, in denen andere Betriebe Leerlauf haben.

Eigenheimbesitzer. Der klassische Privatkunde: entscheidet abends, vergleicht zwei bis drei Angebote, fragt nach Förderung. Hier zählt, wie schnell und verständlich du antwortest.

Warum das ein Kalenderproblem ist, kein Marketingproblem

Diese drei Gruppen wollen zu unterschiedlichen Zeiten. Das ist eine Chance, die kaum jemand nutzt: Wer bewusst mischt, kann die Täler des einen mit den Spitzen des anderen füllen.

  • Winter: Winzer, Innenarbeiten, Wartung
  • Frühjahr und Herbst: Eigenheime, Sanierungen
  • Nebensaison: Kur- und Gastgewerbe

Ein Betrieb, der nur Privatkunden bedient, hat jedes Jahr dieselben Löcher. Einer, der zwei oder drei Gruppen mischt, hat ein deutlich ruhigeres Jahr.

Das zweite Problem: die Wege

Zwischen Bad Kreuznach, Meisenheim und Kirn liegen schnell vierzig Kilometer. Eine zusätzliche Anfahrtsstunde pro Tag frisst bei einem Zweimann-Trupp mehr Marge, als die meisten Betriebe einkalkulieren.

Rechne es einmal aus: Eine Stunde Fahrt am Tag, zwei Mann, 220 Arbeitstage. Das sind 440 Arbeitsstunden im Jahr, die niemand bezahlt. Bei einem Verrechnungssatz von 60 Euro sind das über 26.000 Euro.

Das ist der Grund, warum ein sauber abgegrenztes Gebiet hier mehr Gewinn bringt als zwanzig zusätzliche Anfragen aus der Ferne.

Was praktisch hilft

  • Bündel Termine nach Orten. Dienstag Kirn, Donnerstag Sobernheim – statt jeden Tag quer durch den Kreis
  • Nenn deine Orte auf der Seite, damit Anfragen von weit außerhalb gar nicht erst kommen
  • Schlag bei weiter Anfahrt eine Pauschale auf, statt sie zu schlucken
  • Sprich einen Kundentyp gezielt an, den du bisher nur nebenbei bedienst

Auf welche Anfragen es ankommt

Nicht auf mehr, sondern auf passende aus dem richtigen Gebiet. Welche Mengen realistisch sind, steht hier; warum gekaufte Anfragen das Gebietsproblem sogar verschärfen, hier.

Und wenn Gewerbekunden dazukommen sollen: Die entscheiden nach Termintreue und sauberer Abrechnung, nicht nach Preis – ein Angebot, das schnell und vollständig kommt, gewinnt hier fast immer. Dazu: Angebote schreiben.

Auf der Personalseite

Lange Wege sind auch für deine Leute lange Wege. Wer Touren bündelt und Anfahrten verkürzt, hat ein Argument, das in dieser Region wirklich zählt – gerade bei Monteuren, für die die Fahrzeit oft über den Wechsel entscheidet.

Zwei Nachbarmärkte funktionieren ähnlich und doch anders: Simmern mit seinen vielen kleinen Orten und Bingen mit seinen Gewerbekunden.

Wenn du dein Jahr glätten willst

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, welche Kundentypen du bedienst, wann deine Löcher liegen und ob eine dritte Gruppe sie füllen könnte. Manchmal ist die Antwort, dass du kein Marketing brauchst, sondern einen anderen Kalender.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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