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Azubis gewinnen: du bewirbst dich bei den Eltern mit

Der zuverlässigste Weg an Fachkräfte ist die eigene Ausbildung. Warum Betriebe trotzdem keine Azubis finden – und wo 16-Jährige wirklich hinschauen.

Junger Betriebsinhaber auf dem Betriebsgelände

Ausbildung ist für die meisten Handwerksbetriebe der einzige verlässliche Weg an Fachkräfte. Einkaufen kann man sie kaum noch, also muss man sie selbst aufbauen. Nur: Auch die Ausbildungsplätze bleiben leer.

Der Denkfehler bei der Zielgruppe

Die meisten Betriebe richten ihre Ausbildungswerbung an 16-Jährige. Das ist nur die halbe Entscheidung.

Bei fast jedem Ausbildungsvertrag im Handwerk reden die Eltern mit – und sie haben andere Fragen als ihr Kind. Das Kind fragt: Macht das Spaß, wer sind die Leute? Die Eltern fragen: Hat das eine Zukunft, verdient man davon irgendwann genug, ist das ein ordentlicher Betrieb?

Wer nur eine der beiden Seiten anspricht, verliert die andere. Eine Ausbildungsseite muss beides beantworten.

Was der Beruf für einen 16-Jährigen ist

Nicht das, was in der Berufsbezeichnung steht.

„Anlagenmechaniker SHK“ sagt einem Jugendlichen nichts. „Du baust Heizungen, die ein Haus im Winter warm machen, und Wärmepumpen, über die alle reden“ sagt etwas. „Landschaftsgärtner“ klingt nach Rasenmähen – ein Bild von einer fertigen Terrasse mit Natursteinmauer und Beleuchtung sagt etwas anderes.

Zeig das Ergebnis, nicht die Tätigkeitsbeschreibung. Und zeig die Leute: Ein Azubi im zweiten Lehrjahr, der in zwei Sätzen sagt, wie sein Tag aussieht, wirkt stärker als jeder Text vom Chef.

Was die Eltern wissen wollen

  • Übernahme nach der Lehre – gibt es die, wie oft in den letzten Jahren
  • Was verdient ein Geselle bei euch nach drei Jahren
  • Wie geht es weiter – Meister, Techniker, Betriebsübernahme
  • Berufsschule – wo, wie kommt das Kind hin, wer zahlt
  • Wer kümmert sich um den Azubi im Betrieb

Ein Betrieb, der diese fünf Punkte beantwortet, hebt sich von fast allen ab.

Wo du sie erreichst

Nicht über die Lehrstellenbörse allein – dort schauen die nach, die ohnehin suchen, und das sind wenige. Jugendliche und ihre Eltern sind abends am Handy. Genau dort muss der Betrieb auftauchen, auch wenn gerade niemand sucht.

Ein Galabau-Betrieb, mit dem ich arbeite, hat über diesen Weg 65+ qualifizierte Anfragen aufgebaut. Der Mechanismus ist bei Azubis derselbe wie bei Kunden: Wer zeigt, was gebaut wird, wird interessant.

Wie das im Galabau beim Personal aussieht, steht bei Galabauer finden; für SHK-Gesellen gilt es genauso.

Der zweite Kanal, den kaum jemand nutzt

Praktika. Ein Schülerpraktikum ist die beste Bewerbung, die es gibt – für beide Seiten. Der Jugendliche weiß nach zwei Wochen, ob der Beruf passt, und du weißt, ob der Mensch passt.

Ein Betrieb, der Recruiting und Kundengewinnung parallel aufgebaut hat und darüber zwei Auszubildende einstellen konnte: Klute & Söhne.

Betriebe, die aktiv Praktikumsplätze anbieten und das auf ihrer Seite sichtbar machen, besetzen ihre Ausbildungsplätze fast immer aus diesem Pool. Die Schulen in der Umgebung suchen händeringend nach Plätzen.

Was du ändern kannst, ohne Geld auszugeben

  • Bau eine eigene Ausbildungsseite, keine Unterzeile auf der Karriereseite
  • Lass einen Azubi zu Wort kommen, nicht den Chef
  • Beantworte die Elternfragen offen, auch die zum Gehalt
  • Biete Praktika an und schreib es hin
  • Melde dich am selben Tag zurück. Ein 16-Jähriger, der eine Woche nichts hört, hat sich wo anders beworben

Wenn du das größer aufziehen willst

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie dein Betrieb für Jugendliche und ihre Eltern aussieht. Bei Ausbildung braucht es oft keine Kampagne, sondern nur eine ehrliche Seite – wenn das bei dir so ist, sage ich das.

Maik Braun

Maik Braun

Gründer, Schmiede Digital

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