
Bei Klute & Söhne liefen zwei Probleme nebeneinander, die man normalerweise getrennt behandelt: Es fehlten Fachkräfte, und die Auftragslage schwankte.
Beides machte Wachstum unvorhersehbar. Neue Auszubildende zu finden war ein Dauerthema, und Kundenanfragen kamen fast ausschließlich über bestehende Kontakte.
Die Ausgangslage
Ein System für planbares Wachstum fehlte komplett. Der Betrieb war gut — aber abhängig davon, dass jemand seinen Namen weitergab.
Das ist der häufigste Zustand im Handwerk, und er fällt erst auf, wenn eine der beiden Seiten kippt: Entweder geht ein Mitarbeiter, oder ein großer Auftraggeber fällt weg.
Was wir geändert haben
Recruiting und Kundengewinnung parallel aufgesetzt. Nicht nacheinander, sondern gleichzeitig — weil beides dieselbe Grundlage braucht: einen Betrieb, den man kennt.
Employer Branding statt Stellenanzeigen. Der Betrieb wurde als Arbeitgeber sichtbar, nicht nur die offene Stelle ausgeschrieben.
Aktive Ansprache statt Warten. Auch bei Auszubildenden, wo der Weg über das Arbeitsamt allein längst nicht mehr reicht.
Parallele Kampagnen für Kundenanfragen, damit die Auslastung nicht mehr allein an Empfehlungen hängt.
Die Zahlen
| Wöchentlich | neue qualifizierte Kundenanfragen |
| 2 neue | Auszubildende eingestellt |
| Planbar | statt abhängig von Empfehlungen |
„Wir bekommen jetzt wöchentlich qualifizierte Anfragen und konnten zusätzlich zwei neue Auszubildende einstellen – planbar statt nur über Empfehlungen. So können wir langfristig planen, statt jeden Monat neu zu hoffen.“
Bernd Klute, Geschäftsführer, Klute & Söhne
Was dieser Fall zeigt
Personal und Aufträge werden meist getrennt gedacht — erst die Leute, dann die Arbeit, oder umgekehrt. Tatsächlich hängen sie an derselben Frage: Kennt man diesen Betrieb?
Wer als Arbeitgeber unsichtbar ist, ist es meistens auch als Anbieter. Und wer beides gleichzeitig angeht, nutzt dieselbe Grundlage zweimal.
Bei Azubis kommt eine Besonderheit dazu: Es entscheiden zwei Seiten mit, das Kind und die Eltern — dazu Azubis gewinnen.
Übertragbarkeit
Zwei Azubis klingen nach wenig. Im Handwerk sind sie der verlässlichste Weg an Fachkräfte, weil man sie nicht einkaufen kann — das dauert drei Jahre und trägt dann Jahrzehnte.
Ob sich beide Seiten gleichzeitig angehen lassen, hängt an der Betriebsgröße. Bei sehr kleinen Betrieben rate ich davon ab: Erst eine Seite, die trägt, dann die zweite.

Maik Braun
Gründer, Schmiede Digital
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